Hierzu zählte beispielsweise die Innere Mission der evangelischen Kirche. Die Innere Mission hatte sich im 19. Jahrhundert als Reaktion auf die Pauperisierung, d.h. die Massenverelendung, die proletarische Schichten im Zuge der Industrialisierung in Deutschland traf, gebildet. Die Problematik des von Industrialisierung und gesellschaftlicher Umwälzung hervorgerufenen sozialen Elends erblickten evangelische Kirchenvertreter vor allem im Verlust christlicher Werte. Zu ihrer Behebung müsse die christliche Moral gehoben und ein Umfeld geschaffen werden, innerhalb dessen die Menschen durch Nächstenliebe wieder zu Gott finden könnten. Daher ging es keineswegs allein um die Verbesserung prekärer Lebensumstände, sondern ebenfalls um die christliche Bekehrung der so Missionierten im Zeitalter der Säkularisierung.
Ein solches Umfeld wurde durch die Gründung von Diakonieanstalten, von Rettungshäusern für verwahrloste Jugendliche sowie von Bildungsanstalten für Armenschullehrer geschaffen. Insbesondere die Diakonissenhäuser umfassten Armen- und Krankenpflege, Kleinkinderschulen sowie Einrichtungen für hilfsbedürftige Jungen und Mädchen (sogenannte Jünglingsvereine, Herbergen zur Heimat, Marthastifte). Unterstützende Maßnahmen hinsichtlich der Resozialisierung entlassener Gefängnisinsassen gehörten genauso zum Aufgabenfeld der Inneren Mission wie die Gründung sogenannter Frauenhäuser und Arbeiterkolonien für Obdach- und Arbeitslose. Die Organisation und Verwaltung dieser Häuser oblag den jeweiligen Stadtmissionen.