Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs kehrten ca. 7 Millionen deutsche Soldaten, viele davon zu Fuß, in ihre Heimatorte zurück – eine gewaltige gesellschaftliche Integrationsaufgabe. Die überwiegende Mehrheit der Soldaten, von denen einige auch in Kriegsgefangenschaft geraten waren, war desillusioniert, ernüchtert sowie vom Zivil- und Arbeitsleben entfremdet. Einige Glückliche konnten in ihre Arbeitsstelle, z.B. in landwirtschaftlichen Betrieben, zurückkehren, aber die Arbeitslosenrate stieg Anfang 1919 von null auf acht Prozent an: Eine sehr schwierige Aufgabe für die junge Republik, die keine Infrastruktur besaß, um diese Menschen aufzufangen. Von der Monarchie enttäuscht oder durch die Gewalterfahrung radikalisiert, schlossen sich viele von ihnen revolutionären kommunistischen Gruppierungen oder rechtsextremen paramilitärischen Freikorps an, die sich blutige Auseinandersetzungen lieferten. In der Reichswehr konnten sie kein Auskommen finden, denn dieser durften nach den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages maximal 100.000 Mann angehören. Von den 14.000 Soldaten, die aus den zum Freistaat Preußen gehörenden Hohenzollernschen Landen in den Krieg gezogen waren, kehrten ca. 10.000 zurück. Der Zug heimkehrender Soldaten vor dem Rathaus der Stadt Sigmaringen zeigt dies.