Im Juni 2025 startete in der Abteilung Rheinland des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen das auf zwei Jahre angelegte Teilprojekt „Transformation der Wiedergutmachung“. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen und rechtlichen Bedingungen der Wiedergutmachung in NRW steht die landesweite Erfassung einschlägiger Unterlagen in einem sachthematischen Inventar im Mittelpunkt. Mit der im Jahr 2027 geplanten Veröffentlichung wird das sachthematische Inventar erstmals einen systematischen und landesweiten Überblick über Entschädigungs- und Rückerstattungsakten in Nordrhein-Westfalen bieten. Die Ergebnisse werden in das Themenportal „Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“ integriert und dort gezielt recherchierbar gemacht.
In den letzten zehn Monaten wurden hierzu über 400 Archive in ganz NRW mit der Bitte um Auskunft über relevante Bestände angeschrieben. Dabei wurden Informationen zum Umfang des Bestandes, zur Bestandsbeschreibung, zum Erschließungsstand sowie zum Provenienzbildner in den entsprechenden Archiven eingeholt. Ein Feld für besondere Anmerkungen ermöglicht es, ergänzende Informationen einzutragen, die über die allgemeinen Angaben hinausgehen oder im Formular nicht standardisiert abgefragt werden. Neben Kommunalarchiven wurden politische Archive und Wirtschaftsarchive kontaktiert, in denen weitere Überlieferungen vorliegen können. Ergänzend dazu wurde auch The National Archives in London berücksichtigt, in dem sich weitere Bestände aus der Besatzungszeit befinden könnten.