Archive stellen sich vor - Das Stadtarchiv Geseke

Von Evelyn Richter

Die Stadt ist alt, aber ihr Stadtarchiv als Einrichtung ist relativ jung.

Der Ort Geseke wird bereits 833 erstmals urkundlich erwähnt, sein um 946 durch das edelfreie Geschlecht der Haholde gegründetes freiweltliches Damenstift St. Cyriakus 952 durch König Otto I. bestätigt, und um 1217 entwickelt sich Geseke zur Stadt. Endgültig ab 1294 bis zum Ende des Alten Reiches ist der Kölner Kurfürst auch Gesekes Stadtherr im nachmaligen Herzogtum Westfalen. Danach gerät Geseke unter die Herrschaft Hessen-Darmstadts und wird 1816 Teil der preußischen Provinz Westfalen im neu eingerichteten Kreis Lippstadt, ab 1975 im Kreis Soest. Die Geschichte der Stadt spiegelt sich in ihrem Archivbestand wider.

Das Stadtarchiv geht in ältester Wurzel auf das mittelalterliche Urkundenarchiv der Stadt Geseke zurück, das ursprünglich im Turm der Stadtkirche St. Petri untergebracht war (Ersterwähnung 1491). Vermutlich spätestens ab Mitte des 16. Jahrhunderts wird das Archiv in das gegenüberliegende Rathaus am Marktplatz verlagert. Beim Rathausbrand im Jahr 1695 wird das Archiv zum größten Teil vernichtet, nur wenige Urkunden wie die älteste aus dem Jahr 1383 und einige Akten der Stadt sowie die Protokollbücher des Geseker Gogerichts ab dem Ende des 16. Jahrhundert entgehen dem Feuer.

Im Jahr 1983 wird das Archiv erstmals hauptamtlich besetzt, in einem eigenen Archivgebäude, dem sogenannten Böddeker Hof untergebracht und 1984 für Archivbenutzer geöffnet. 1989 wird ein räumlich getrenntes Zwischenarchiv eingerichtet. Seit 1998/99 ist das Stadtarchiv in der obersten Etage eines Schulgebäudes, der Dr.-Adenauer Grundschule, zu finden.

Die Bestände des Stadtarchivs umfassen die amtliche Überlieferung der Stadt Geseke sowie die des im Jahr 1975 in Zuge der kommunalen Neuordnung mit der Stadt Geseke vereinigten ehemaligen Amtes Störmede und seiner Gemeinden: Störmede, Mönninghausen, Bönninghausen, Langeneicke, Ermsinghausen, Ehringhausen und Eringerfeld. Hinzu kommen als ältere Bestände die Überlieferung des Geseker Gogerichts, die der Geseker Hudegenossenschaften, der Geseker Bauerschaften, der Herren-Erben-Korporation, der Geseker Ämter (Zünfte) und ein kleiner Urkundenbestand. Ein großer Teil des nichtamtlichen Archivguts gelangte aus Privathand als Schenkung oder Dauerleihgabe in das Archiv wie die Vereinsarchive verschiedener Geseker Vereine, einige Familien- und Personennachlässe bzw. Nachlasssplitter. Diese und diverse archivische Sammlungen, verschiedene lokale Anzeigenblätter und Zeitungen wie die alte Geseker Zeitung (1892-1972) sowie eine kleine Präsenzbibliothek mit lokalgeschichtlichem Schwerpunkt ergänzen die amtlichen Bestände.

Mit der Änderung des Personenstandsgesetzes 2009 werden auch die archivreif gewordenen Personenstandsregister, also die Geburtsregister (wenn älter als 110 Jahre), die Heiratsregister (wenn älter als 80 Jahre) und die Sterberegister (wenn älter als 30 Jahre) der Standesämter Geseke und des ehemaligen Amtes Störmede fortlaufend übernommen.

Bestandsübersicht des Stadtarchivs Geseke im Archivportal-D.

Kontakt

Besucheradresse: Ostmauer 2, 59590 Geseke

Postadresse: Stadtverwaltung Geseke, Stadtarchiv, Postfach 14 42, 59585 Geseke


Tel.: 02942/500-141

E-Mail: stadtarchiv [at] geseke.de (stadtarchiv[at]geseke[dot]de)

Zusätzliche Informationen sowie Online-Findmittel und weiterführende Links finden Sie auf der Homepage der Stadt Geseke www.geseke.de/archiv