Tagung in Berlin am 12./13. Oktober 2026
AKD-Tagungshaus, Goethestraße 27, 10625 Berlin
Tagung in Berlin am 12./13. Oktober 2026
AKD-Tagungshaus, Goethestraße 27, 10625 Berlin
Wer dokumentiert eigentlich rechte Gewalt in Deutschland? Lange Zeit waren es fast ausschließlich nichtstaatliche Akteure: Medienschaffende und Gewerkschaftsmitglieder, antifaschistische Archive sowie Gedenk- und Recherche-Initiativen. Sie sammelten, was sonst verloren gegangen wäre. Die staatliche Überlieferung relevanter Akten aus Polizei- und Justizbehörden ist für die Dokumentation und Erforschung rechter Gewalt vielfach unzureichend. Erst nach der Aufdeckung des NSU entstehen staatliche Einrichtungen, die sich gezielt mit der dokumentarischen Aufarbeitung befassen.
Damit stellt sich eine Reihe drängender Fragen: Wer dokumentiert was, für wen und mit welchem Selbstverständnis? Wie werden die Perspektiven der Betroffenen angemessen berücksichtigt? Warum scheitern Zugänge zu relevanten Akten und wo klaffen Lücken in der Dokumentation? Was können staatliche und nichtstaatliche Akteure voneinander lernen, wo können sie kooperieren? Und: Wie werden Ergebnisse in die Öffentlichkeit vermittelt und an die spezifischen Zielgruppen herangetragen?
Diese Fragen wollen wir auf unserer Tagung diskutieren, mit denen, die es wissen müssen: Menschen aus Archiven, Initiativen, Wissenschaft und Behörden, die täglich an der Dokumentation rechter Gewalt arbeiten.
Die Tagung ist Teil des Projekts Themenportal Rechte Gewalt. Sie startet mit Grußworten und einführenden Vorträgen, am zweiten Tag folgen vier Panels mit kurzen Inputs und viel Raum für offene Diskussion sowie eine gemeinsame Abschlussrunde. Unser Ziel: eine lösungsorientierte Debatte anstoßen und die Akteure und Akteurinnen miteinander vernetzen.
Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 4. Oktober 2026 unter: dokumentationsstelle [at] la-bw.de (dokumentationsstelle[at]la-bw[dot]de)
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie an beiden Tagen teilnehmen oder nur an einem.
Der Veranstalter macht von seinem Hausrecht Gebrauch. Personen, die durch antisemitische, nationalistische, rassistische oder menschenverachtende Äußerungen auffallen, werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.
Montag, 12. Oktober 2026
16.00 Uhr: Get-together
16.30 Uhr: Begrüßung durch Veranstalter
16.45 Uhr: Begrüßung durch Ulrike Schnellbach und Caroline Walter (Moderation)
17.00 Grußworte: Sina Westphal (Bundesarchiv) und Andreas Neuburger (Landesarchiv Baden-Württemberg)
17.30 Uhr: Impulsvortrag Judith Porath (Opferperspektive e.V.): Die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt heute – Zwischen Beratungspraxis und Erinnerungsarbeit
18.15 Uhr: Keynote Gideon Botsch (Emil Julius Gumbel Forschungsstelle / Moses Mendelssohn Zentrum): Die Taten lesen. Zum Stellenwert von Primärquellen rechtsextremer Gewalt
19.00 Uhr: Gelegenheit zum Gespräch / Get-together
Dienstag, 13. Oktober 2026
9.00 Uhr: Kaffee
9.30 Uhr: Anmoderation
9.45 Uhr: Panel 1: In die Bresche für den Staat? Die Rolle der Zivilgesellschaft
11.00 Uhr: Pause
11.30 Uhr: Panel 2: Große Versprechen – und nun? Die Rolle des Staates
12.45 Uhr: Mittagessen
13.45 Uhr: Kurzvorstellung vom Themenportal Rechte Gewalt
14.00 Uhr: Panel 3: Zwischen Schreddern und Schutzfristen: Überlieferungsbildung und Zugang zu staatlichen Akten
15.15 Uhr: Pause
15.45 Uhr: Panel 4: Aufklärung statt Verdrängung: Sichtbarkeit und Wirkung von Recherche- und Dokumentationsprojekten
17.00 Uhr: Pause
17.15 Uhr: Podium: „Ich kann nicht abschließen“ – Was bleibt vom Aufklärungsversprechen?
18.15 Uhr: Ausklang / Ende
(Stand: 22.09.2026)